ABTEILUNG MIKROGRAVITATION UND TRANSLATIONALE REGENERATIVE MEDIZIN

Pilotstudie zu Mondstaubeffekten

15.05.2026 -  

Das erneute Interesse an der Mondexploration rückt ein altes Thema wieder in den Fokus der Wissenschaft - das von Harrison Schmidt bei der Apollo 17 Mission beschriebene "Lunar Hay Fever". Hierbei handelte es sich um eine akute, allergie-ähnliche Reaktion der Astronauten auf den eingeatmeten Mondstaub. Könnte das ein Problem für zukünftige Mondmissionen darstellen?

Eine zuverlässige Erforschung der gesundheitlichen Auswirkungen von Regolithstaub erfordert gute Testsysteme. Zusammen mit der Abteilung Thoraxchirurgie der UMMD, die ein Vorreiter in der Entwicklung physiologischer Atemwegsmodelle ist, und dem Lehrstuhl für Bioprozesstechnik der OVGU haben wir begonnen, die Effekte von Mondstaub (Simulant JSC-1) auf humane Atemwege zu untersuchen. Schon der Pilotversuch zeigte, dass die pysiologischen und biologischen Antworten des verwendeten Atemwegmodells auf JSC-1 erheblich anders ausgefallen sind als bei irdischem Referenz-Feinstaub (PM10). Das deutet darauf hin, dass sich das "Lunar Hay Fever" nicht aus Daten bestehender Luftverschmutzungsstudien ableiten lässt, gibt aber auch Anlass zur Hoffnung, dass wir neue Erkenntnisse zu diesem Thema gewinnen können, bevor Menschen erneut den Mond betreten.

Unser Artikel ist nun in Trends in Biotechnology erschienen: https://www.cell.com/trends/biotechnology/fulltext/S0167-7799(26)00146-0 

Letzte Änderung: 29.05.2026 - Ansprechpartner:

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